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Seat-CEO Griffiths: Starke Ansagen!

Auf der Bilanzpressekonferenz überraschte Cupra- und Seat-CEO Wayne Griffiths mit starken und unerwarteten Ansagen.

Weiter wachsen - auch mit Seat: CEO Griffiths (re.) mit seiner Mannschaft in Spanien. | Foto: Seat
Weiter wachsen - auch mit Seat: CEO Griffiths (re.) mit seiner Mannschaft in Spanien. | Foto: Seat

Auch dank Cupra läuft Seat zu neuer Hochform auf: Die Marken haben 2023 das beste Finanzergebnis in ihrer 73-jährigen Geschichte erzielt. Interessant: Seat-CEO Griffiths will Seat nun absolut nicht „auslaufen“ lassen, sondern hat wohl Pläne, die Marke neu zu positionieren. Außerdem fragte er nach, wie man plötzlich das EU-Verbrenner-Aus im Jahr 2035 infrage stellen könne. Eine Wende, die der Brite angesichts des Klimawandels überhaupt nicht verstehen könne. So wie es in logischer Folge auch keinen Sinn ergebe, die Elektromobilität infrage zu stellen.

Doch zurück zu Seat: Die Marke werde bis zum Ende des Verbrennungszeitalters verbesserte Plug-in-Hybridfahrzeuge und „kraftstoffsparende Fahrzeuge“ für die gesamte Flotte der Marke Seat auf den Markt bringen. So soll etwa beim überarbeiteten Leon Plug-in die elektrische Reichweite bis auf 100 Kilometer steigen. Und nachdem Seat sein Programm zuletzt tendenziell etwas zusammenstrich, plant Griffiths jetzt wohl auch für Seat und nicht nur für Cupra wieder ein Wachstum und erklärte:

„Wir wollen die Marke Seat wieder dorthin bringen, wo sie hingehört, und das zweistellige Wachstum des vergangenen Jahres mit neuen Investitionen in die Marke und ihre Modelle fortsetzen.“

Man schaue sich in dem Zusammenhang auch an, was man in der elektrischen Welt unter der Marke Seat anbieten könne. Aufhorchen ließ vor allem die Aussage:

„Wenn es um Seat geht, verspreche ich Ihnen, dass das Beste noch vor uns liegt.“

Trotzdem: Bei Elektromobilität hat nach wie vor Cupra Vorrang: Dem Born wird man den in China gebauten Tavascan zur Seite stellen und internationale Markteintritte wie in Australien oder Endes des Jahrzehnts gar auch in den USA Fuß werden über Cupra geplant. Cupra wurde mittlerweile bestens neben Alfa Romeo und BMW platziert und steht damit irgendwo auch dezent über VW…

Womit wir wieder bei Seat wären: Denn nachdem sich auch Skoda nach oben entwickelt hat und VW keine wirklich günstigen Einstiegsmodelle hat, könnte man die bisher imagemäßig eher laue spanische Marke neu positionieren: Gegen Citroen, Fiat und Dacia und gegen chinesische Billigmarken. Der Seat-Konzern will deshalb auch im Rahmen des Projekts „Future: Fast Forward“ Spanien zu einer Drehscheibe für Elektromobilität in Europa machen. Das Unternehmen baut bereits sein Batteriesystem-Montagewerk in Martorell und wird im September mit dem Umbau der Produktionslinie 1 in seinen Werken beginnen. Dort sollen die zukünftigen kleinen Elektroautos Cupra Raval und VW ID.2 produziert werden, ebenso wie der Skoda Epiq. Womit man die Basis hätte für ein neues, nochmal dramatisch abgespecktes elektrisches Seat-Modell. Zudem plant man für Seat auch Scooter und Dienstleistungen wie Renaults Tochter „Mobilize“. Womit man mit Seat auch alles außer Autos anbieten könnte. Man darf gespannt sein.

Zumal es laut Griffiths keinen Sinn ergebe, die Elektromobilität infrage zu stellen, wie dem Portal Autogazette erklärte. Wie er auch keinen Sinn darin sieht, die festgelegten CO2- und Verbrennerausstiegs-Ziele infrage zu stellen. Vielmehr sollte man die Maßnahme beschleunigen, damit die Zielsetzungen erreicht werden.

Was bedeutet das?

Das vielbeschworene „Aus vom Verbrenner-Aus“ scheint vor allem ein deutsches Thema zu sein, wo man mit Hochleistungs-Verbrennern (noch) gutes Geld verdient, aber: Die sauber zu bekommen mit wesentlich weniger CO2-Ausstoß wird allerdings immer komplexer, zumal man die Industrie mit Kraft