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Osnabrück: 2025 soll der E-Bus-Anteil bei 94 % liegen

Von 86 Fahrzeugen sind dann nur noch fünf mit Diesel unterwegs.

Aktuell besteht die E-Flotte der Stadtwerke Osnabrück ausschließlich aus Gelenkbussen des niederländischen Herstellers VDL. (Foto: Stadtwerke Osnabrück)
Aktuell besteht die E-Flotte der Stadtwerke Osnabrück ausschließlich aus Gelenkbussen des niederländischen Herstellers VDL. (Foto: Stadtwerke Osnabrück)

Osnabrück ist einer der Vorreiter in Deutschland hinsichtlich des Antriebswechsel im ÖPNV. Voraussichtlich ab Sommer 2025 sollen weitere 19 E-Solobusse sukzessive ausgeliefert werden. Der Elektroanteil der Busflotte steigt dann auf 94 %. Von 86 Bussen sind dann nur noch fünf mit Diesel unterwegs. Aktuell setzen die Stadtwerke Osnabrück bereits 62 E-Gelenkbusse ein – und das nach nur fünf Jahren nach Start der „Zeitenwende“ im Nahverkehr der viertgrößten niedersächsischen Stadt, als am 30. März 2019 die ersten 13 E-Gelenkbusse auf der damals neuen MetroBus-Linie M1 in Betrieb gingen.

3,6 Mio. lokal emissionsfreie Kilometer pro Jahr

Die aktuelle E-Bus-Flotte Osnabrücks punktet insbesondere bei der technischen Verfügbarkeit und den Nachhaltigkeitskennzahlen. Pro Jahr legen die nunmehr 62 Fahrzeuge aktuell rund 3,6 Mio. lokal emissionsfreie Kilometer zurück. Für jeden E-Bus wurde zudem ein Dieselbus ausgemustert; die jährliche CO2-Einsparung beträgt rund 2.100 t.

55° Temperaturspanne

Darüber hinaus stehen die E-Gelenkbusse in puncto technische Verfügbarkeit den Dieselbussen nichts nach – und meistern alle Osnabrücker Wetterherausforderungen.

„Ob bei 39,5 Grad im Juli 2019, bei minus 15,9 Grad im Februar 2021 oder bei Windstärke 12 im Februar 2022 – das macht unseren E-Bussen so gut wie nichts aus“, erläutert SWO Mobil-Geschäftsführer André Kränzke.

Technisch funktioniere der Betrieb nahezu reibungslos und störungsfrei.

„Die damals geäußerten Befürchtungen und Sorgen konnten und können wir komplett ausräumen.“ 

Zum Hintergrund: E-Busse in Osnabrück

Im März 2019 gingen die ersten 13 E-Gelenkbusse des niederländischen Herstellers VDL auf der Linie M1 an den Start. Ende 2020 folgten weitere 22 E-Gelenkbusse auf den Linien M2 und M3, rund um den Jahreswechsel 2021/2022 weitere 27 E-Gelenkbusse auf den Linien M5 und M4. Seit Anfang 2022 werden alle fünf MetroBus-Linien ausschließlich elektrisch bedient. Die E-Gelenkbusse werden an Schnelladestationen an den jeweiligen Endwenden sowie auf dem Stadtwerke-Betriebshof geladen.

Was bedeutet das?

Osnabrück beweist, dass die Komplettumstellung der ÖPNV-Flotte auf E-Busse sowohl betriebswirtschaftlich als auch technisch und nicht zuletzt organisatorisch möglich ist. Das Timing der dortigen Stadtwerke war dabei hervorragend: Während die Branche unter der ausgelaufenen E-Bus-Förderung leidet, sind die Osnabrücker im Wesentlichen bereits "durch" mit ihrer Flottenumstellung und können hoffen, die künftigen Bestellungen von E-Bussen wegen niedriger Betriebskosten und sinkender E-Bus- und Batteriepreise auch ohne Förderung stemmen zu können.