LKW

Farizon Supervan: Erlkönige in Deutschland

Die Geely-Marke für Nutzfahrzeuge macht Ernst und nimmt auch bei uns Fahrt auf. Zwei der E-Vans wurden beim (Schnell)Laden gesichtet.

Farizon nimmt Kurs auf den europäischen Markt - und sucht dem Vernehmen nach noch Testfahrer ... | Foto: Thomas Kanzler
Farizon nimmt Kurs auf den europäischen Markt - und sucht dem Vernehmen nach noch Testfahrer ... | Foto: Thomas Kanzler

Und noch eine neue Marke aus China: Farizon stellt unter dem Geely-Dach sogar schon die zweite Brand dar, die sich dem Thema Nutzfahrzeuge widmet - und mit dem Supervan sogar intern den Kollegen von LEVC Konkurrenz macht. Die haben ebenfalls viel vor und wollen ihr Spektrum deutlich über den "Black Cab" und Taxi-Bereich erweitern. Aber das Motto scheint eher zu sein: Lieber macht man sich die Konkurrenz selbst, extern gibt es schon genug.

Formal erinnert der Farizon-Van an die Kompaktklasse von Volkswagen oder Ford, baut aber auf einer rein elektrischen Plattform deutlich kürzer an der Front. Insgesamt kürzer ist er deshalb nicht, soll aber mit hoher Raumausnutzung auf knapp fünf Metern Länge punkten, dank einer tiefliegenden Plattform, die den kompakten Akku unterflur versteckt und den Antrieb sowie Komonenten vorne konzentiert. Fast fühlt man sich an das Fiat-Ducato-Konzept erinnert, nur eben in der "schönen neuen Elektrowelt".

Auf dieser Basis soll alles möglich sein, vom Kompaktvan bis zu Großraumtransporter, mit Fahrgestell und Aufbauten sowieso, aber auch im Kleinbussegment will die ambitionierte Geely-Tochter reüssieren. Ein modulares Designs soll zudem das Gewicht drücken und gute Nutzlasten für einen E-Van bescheren. Spektakulär ist der Verzicht auf eine B-Säule, was die Variabilität erhöhen soll.

Drei Längen und drei Dachhöhen

Drei Längen sind avisiert, von 4,99 über 5,49 bis 5,99 Meter, kombiniert mit Hochdachhöhen von 1,98, 2,18 und 2,50 Meter und entsprechend wachsenden Ladevolumina, bei stets 1,98 Meter Breite, sprich, in der Basis ID.Buzz-Maße, bei T6.1-Länge.

Technologisch setzt man auf ein elektrisches "Drive-by-Wire"-System und klotzt auch ansonsten in Sachen Elektronik. Over-the-Air-Updates in zehn Minuten, Fahrerassistenz mit ACC und LCC (Abstand- und Spurhaltung) sind selbstverständlich, Erweiterung bis auf das Level 4 des automatisierten Fahrens, das den Einsatz in "autonomer Lieferlogistik" oder in Shuttlediensten ermöglichen soll, gesetzt. Integrieren will man auch die Option auf "Battery Swapping", also Akkutausch, was aktuell nur die China-Premium-Marke Nio, aber auch Schwester LEVC sowie die SAIC-Marke MG auf dem Schirm hat. Aber auch für in China relevante "Methanol-Hydrogen-Electric"-Antriebe soll die Plattform geeignet sein.

Zu den konkreten Akkugrößen, dem Antrieb oder Ladetechnik wurde allerdings noch nichts verlautbart. Schnellladefähig ist der Supervan aber schon mal: Schließlich dockte er am Ionity-Lader an - und zog Strom am beifahrerseitigen Slot in die Akkus.