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Ebusco weitet Verluste im Jahr 2023 aus

Der Umsatz erreichte 102,4 Mio. Euro, der Nettoverlust erhöhte sich auf 120,1 Mio. Euro.

Ebusco ist noch in schweren Fahrwassern, hofft aber 2024 den Turnaround zu schaffen. (Foto: Bünnagel)
Ebusco ist noch in schweren Fahrwassern, hofft aber 2024 den Turnaround zu schaffen. (Foto: Bünnagel)

Ebusco hat 2023 einen Umsatz von 102,4 Mio. Euro erzielt. Gleichzeitig weitete der niederländische E-Bus-Hersteller seinen EBITDA-Verlust gegenüber 2022 (–34,8 Mio. Euro) deutlich auf 95,7 Mio. Euro aus. Der Nettoverlust lag mit 120,1 Mio. Euro (2022: –32,2 Mio. Euro) sogar höher als der erzielte Umsatz. Bei ca. 59,22 Mio. im Umlauf befindlichen Aktien betrug der Verlust je Aktie 2,01 Euro. Die Abschreibungen beliefen sich im Jahr 2023 auf 8,1 Mio. Euro gegenüber 5,6 Mio. Euro im Jahr 2022. Die liquiden Mittel und Zahlungsmitteläquivalente des Unternehmens sind unterdessen auf lediglich 27,9 Mio. Euro gesunken (2022: 95,2 Mio. Euro) bei einem Vertragsvermögen von 67,6 Mio. Euro.

Das Nettoumlaufvermögen belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 144,0 Mio. Euro (31. Dezember 2022: 106,3 Mio. Euro). Der Anstieg ist hauptsächlich auf einen Ausbau der Lagerhaltung um 59,1 Mio. Euro zurückzuführen. Die Lagerwerte erreichten ein Niveau von 106,5 Mio. Euro. Da sich die Produktion in den kommenden Quartalen jedoch beschleunigen soll, ist im Laufe des Jahres 2024 mit einem Rückgang der Vorräte zu rechnen.

Steigender Auftragsbestand

Denn der Auftragsbestand entwickelt sich im Gegensatz zu den Umsatz- und Gewinndaten positiv: Er stieg von 1.474 auf 1.719 Busse zum Jahresende und ermöglicht laut Unternehmensangaben eine Produktion bis 2025. Das Auftragsvermögen, also die in Produktion befindlichen Busse, belief sich auf 67,6 Mio. Euro. Derzeit sind mehr als 125 Einheiten zur Auslieferung vorgesehen, darunter mehr als 80 vom Typ 3.0. Weitere 200 sowie 55 vom Typ 2.2 befinden sich in verschiedenen Stadien der Fertigstellung. Insgesamt hat Ebusco im Jahr 2023 Aufträge für 615 E-Busse erhalten. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lieferte Ebusco lediglich 178 Fahrzeuge an seine Kunden aus. Von diesen waren 36 vom Typ 3.0 und 142 vom Typ 2.2.

Die Investitionen beliefen sich im Jahr 2023 auf 21,8 Mio. Euro gegenüber 7,1 Mio. Euro im Jahr 2022. Der Anstieg ist hauptsächlich auf höhere Investitionen in die Ausrüstung der Produktionsstätten in den Niederlanden und Frankreich, Investitionen in das Werk in Frankreich und Investitionen in ein ERP-System zurückzuführen.

Der Personalaufwand stieg von 35,5 Mio. Euro 2022 auf 63,1 Mio. Euro im vergangenen Jahr, da sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter auf durchschnittlich 798 fast verdoppelte (2022: 446).

Ausblick für 2024

Ebusco bekräftigt seine Umsatzerwartung von über 325 Mio. Euro für 2024. Aufgrund der angepassten Montagestrategie und anderer Maßnahmen des Managements wird seitens des Unternehmens erwartet, dass die Personalkosten und sonstigen betrieblichen Aufwendungen für das Gesamtjahr 2024 unter dem Niveau von 2023 liegen werden. Die Kombination aus gestiegenen Umsätzen und niedrigeren Betriebsausgaben soll zu einem positiven EBITDA für das Gesamtjahr 2024 führen, wobei der Schwerpunkt auf der zweiten Jahreshälfte liegen könnte.

Peter Bijvelds, Gründer und Co-CEO von Ebusco: „Das vergangene Jahr war ein herausforderndes, aber vor allem ein enttäuschendes Jahr. Weder haben wir das erreicht, was wir uns vorgenommen haben, noch haben wir das gehalten, was wir versprochen haben. Unsere Prognose für eine deutliche Verbesserung unseres EBITDA in der zweiten Jahreshälfte 2023 basierte auf einem Gesamtjahresumsatz von etwa 145 Mio. Euro, den wir nicht erreicht haben.“

Mit Frank Meurs hat Bijvelds seit Januar einen Interim-Co-CEO an seiner Seite. Daneben ist Roald Dogge als neuer COO an Bord. Zuvor war bereits Jurjen Jongma als CFO ins Unternehmen eingetreten.