DTV warnt vor weiterer Preissteigerung beim Deutschlandticket
Der Deutsche Tourismusverband (DTV) spricht sich gegen eine deutliche Preiserhöhung des Deutschlandtickets aus. Hintergrund ist die ungeklärte Finanzierung des bundesweiten Nahverkehrstickets über das Jahr 2025 hinaus. Aktuell wird das Ticket von Bund und Ländern mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bezuschusst. Mehrere Bundesländer fordern angesichts steigender Kosten eine höhere Beteiligung des Bundes. Sollte diese nicht erfolgen, könnte eine erneute Preisanpassung notwendig werden.
Moderate Preisentwicklung gefordert
Der DTV warnt in diesem Zusammenhang vor einer übermäßigen Erhöhung des Ticketpreises. Die Akzeptanz des Angebots dürfe nicht durch steigende Kosten gefährdet werden. Eine weitere Preissteigerung auf dem Niveau der Erhöhung zu Beginn des Jahres – von 49 auf 58 Euro – lehnt der Verband ab. Nutzerinnen und Nutzer müssten Planungssicherheit behalten und dürften nicht unverhältnismäßig belastet werden.
Mehr Abonnements als Ziel
Nach Auffassung des DTV sollte die Sicherung des Deutschlandtickets oberste Priorität haben. Dabei sei der Fokus nicht auf höhere Preise, sondern auf eine steigende Zahl an Abonnements zu legen. Aktuell liegt die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer bei rund 13,5 Millionen – und damit unter dem ursprünglich anvisierten Ziel von 15 Millionen. Der Verband sieht in einem Ausbau der Abo-Zahlen eine zentrale Voraussetzung zur Förderung der Verkehrswende sowie zur Stärkung des regionalen Tourismus und der lokalen Wirtschaft.
„Nach dem Preisanstieg zu Jahresbeginn ist es schon ein Erfolg, dass die Zahlen stagnieren“, sagt Norbert Kunz. „Das sollte aber nicht unser Anspruch sein: Wir wünschen uns deutlich mehr Abonnements, um Verkehrswende, regionalen Tourismus und die lokale Wirtschaft zu stärken.“