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Weniger Personal, mehr Effizienz: Deutsche Bahn zieht Halbjahresbilanz

Die Bahn baut Stellen ab, spart Kosten und steigert die Verkehrsleistung. Während sich Regio und Fernverkehr operativ stabilisieren, kämpft DB Cargo mit rückläufigem Transportvolumen. Der Blick richtet sich auf neue Bauprojekte und die nächsten Sanierungsetappen.

Halbjahres-Pressekonferenz Deutsche Bahn AG 2025 mit Martin Seiler, Vorstand Personal und Recht sowie kommissarisch Finanzvorstand und Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender. | Foto: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn (DB) hat im ersten Halbjahr 2025 ihr operatives Ergebnis (EBIT, bereinigt) deutlich verbessert. Der Verlust lag bei 239 Millionen Euro und damit rund 986 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das Konzernergebnis nach Steuern betrug minus 760 Millionen Euro, nach einem Minus von 1,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2024. Durch den Verkauf der Logistiktochter DB Schenker konnte ein einmaliger positiver Effekt von 6,9 Milliarden Euro nach Steuern verbucht werden.

Der bereinigte Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Die Netto-Finanzschulden gingen im Vergleich zum Jahresende 2024 um 10,5 Milliarden Euro auf rund 22 Milliarden Euro zurück. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die Verwendung der Schenker-Verkaufserlöse zum Schuldenabbau sowie auf Einsparungen beim Sachaufwand in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen

Die DB investierte im ersten Halbjahr 2025 weiterhin stark in die Schieneninfrastruktur. Die Brutto-Investitionen im Systemverbund Bahn lagen bei rund 7,3 Milliarden Euro und damit 349 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen beliefen sich auf rund 1,8 Milliarden Euro, was einem leichten Rückgang entspricht. Der Bund übernahm einen höheren Anteil der gestiegenen Infrastrukturinvestitionen.

Im Rahmen des Infrastrukturprogramms wurden 40 alte Stellwerke ersetzt – 14 mehr als geplant. Die Zahl der täglichen Langsamfahrstellen wurde im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 70 reduziert. Insgesamt modernisierte DB InfraGO 157 Bahnhöfe, 16 mehr als vorgesehen. Auf der generalsanierten Riedbahn sank die Zahl der infrastrukturbedingten Störungen um 60 Prozent. Der technische Zustand der Anlagen verbesserte sich deutlich.

Verkehrsleistung und Betrieb

Die Betriebsleistung im Schienennetz stieg um rund ein Prozent auf 554 Millionen Trassenkilometer. Im Fernverkehr lag die Verkehrsleistung bei 21,9 Milliarden Personenkilometern, ein Anstieg von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Nahverkehr erreichte DB Regio 23 Milliarden Personenkilometer, ein Plus von zwei Prozent. Insgesamt nutzten 943 Millionen Reisende die Züge der DB – 24 Millionen mehr als im ersten Halbjahr 2024.

Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr betrug 63,4 Prozent und lag damit leicht über dem Vorjahreswert (62,7 Prozent), blieb jedoch unter den Erwartungen. Gründe sind weiterhin eine störanfällige Infrastruktur und zahlreiche Baustellen.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten

DB Fernverkehr verzeichnete eine Umsatzsteigerung um 6,1 Prozent, blieb aber hinter den Planungen zurück. Das operative Ergebnis verbesserte sich deutlich auf minus 59 Millionen Euro nach einem Minus von 232 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Kundenzufriedenheit stieg trotz betrieblicher Einschränkungen leicht auf die Schulnote 2,5.

DB Regio erzielte im ersten Halbjahr 2025 einen operativen Gewinn (EBIT, bereinigt) von 103 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch Verluste verzeichnet. Der Umsatz stieg um rund sieben Prozent.

DB Cargo transportierte rund 83 Millionen Tonnen Güter, zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz sank um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich jedoch deutlich auf minus 96 Millionen Euro (H1 2024: –261 Mio. Euro). Rückgänge sind auch auf bewusst beendete unrentable Verkehrsverträge und die schwache Konjunktur zurückzuführen.

Personalentwicklung und Umstrukturierung

Im Zuge des Sanierungsprogramms S3 hat die DB ihren Personalbestand bis Ende Juni 2025 auf 205.000 Vollzeitstellen reduziert. Das Jahresziel von 208.000 wurde damit bereits zur Jahresmitte unterschritten. Der Schwerpunkt des Personalabbaus lag auf Verwaltung und Vertrieb. Parallel dazu rekrutiert die DB weiter intensiv operatives Personal – für 2025 sind über 20.000 Neueinstellungen geplant, darunter rund 5.700 Nachwuchskräfte im Systemverbund Bahn.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2025

Die Bahn hält an ihrer Prognose vom März fest. Für das Gesamtjahr 2025 wird ein leicht positives operatives Ergebnis angestrebt. Der Umsatz soll über 27 Milliarden Euro liegen. Die Brutto-Investitionen – gemeinsam mit dem Bund – sollen mehr als 20 Milliarden Euro betragen. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen werden auf über sechs Milliarden Euro geschätzt.

Schwerpunkte in der zweiten Jahreshälfte sind unter anderem die planmäßige Generalsanierung der Strecke Berlin–Hamburg ab dem 1. August, weitere Korridorsanierungen, eine bessere Abstimmung zwischen Fahrbetrieb und Baumaßnahmen sowie strukturelle Verbesserungen zur Steigerung von Effizienz und Pünktlichkeit. DB Fernverkehr strebt für 2025 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 65 Prozent an. DB Cargo soll spätestens bis Ende 2026 die Gewinnzone erreichen.