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Alexander Dennis testet neuen E-Bus unter Realbedingungen in Kent

Im Linienbetrieb auf ländlichen Strecken musste der neue Elektrobus zeigen, was er kann. Reichweite, Komfort und Werkstattfreundlichkeit standen im Fokus – mit überraschend klaren Ergebnissen für die Zukunft des Nahverkehrs.

Der vollelektrische Enviro100EV von Alexander Dennis im Testeinsatz bei Go-Coach in Kent – hier auf Linie 883 zum Brands Hatch Race Circuit. | Foto: Darren Walker

Der britische Bushersteller Alexander Dennis hat seinen neuen Elektrobus Enviro100EV zwei Wochen lang im Regelbetrieb bei dem unabhängigen Busunternehmen Go-Coach in Kent erprobt. Der Test fand unter Alltagsbedingungen statt, ohne gesonderte Schulungen oder betriebliche Anpassungen. Ziel war es, den vollelektrischen Midibus unter den gleichen Bedingungen wie konventionelle Dieselbusse einzusetzen.

Nahtloser Wechsel für Fahrpersonal

Laut Go-Coach konnten Fahrerinnen und Fahrer ohne zusätzliche Einweisung direkt vom Dieselmodell Enviro200 auf den elektrischen Enviro100EV umsteigen. Die Bedienung unterscheide sich im Wesentlichen nicht von der gewohnten Fahrzeugtechnik, so der Betreiber. Trotz der kompakteren Außenmaße wurde das Fahrerumfeld als geräumig wahrgenommen.

Austin Blackburn, Technischer Leiter bei Go-Coach, erklärte, warum dies auch die Reparatur und Wartung des „großen Kleinbusses“ vereinfacht:

„Unter der Oberfläche sieht er aus wie jedes andere Produkt von Alexander Dennis – wenn man unter die Rückseite schaut, könnte man meinen, es handele sich um einen klassischen Enviro200. Für Ingenieure bedeutet dies, dass es sich um ein vertrautes Produkt handelt, das durch und durch von Alexander Dennis stammt."

Technische Ausstattung und Reichweite

Der Enviro100EV ist mit einem Voith Electrical Drive System und einer 354 kWh großen Batterie ausgestattet – laut Hersteller die größte Kapazität in diesem Marktsegment im Vereinigten Königreich und Irland. Im Test zeigte das Fahrzeug eine Reichweite, die auch auf ländlichen Linien für einen ganztägigen Einsatz ausreicht, selbst bei winterlichen Bedingungen.

Rückmeldungen von Fahrgästen und Werkstatt

Fahrgäste lobten den Komfort, die Federung sowie den barrierefreien Zugang. In der Werkstatt überzeugte das Fahrzeug durch eine hohe Übereinstimmung mit bestehenden Modellen des Herstellers. Das gelte insbesondere für den Fahrzeugaufbau und den hinteren Technikbereich, der laut Go-Coach viele Gemeinsamkeiten mit dem Dieselmodell Enviro200 aufweise. Dies vereinfache Wartung und Reparatur.

Effizienz im Betrieb

Während des Testzeitraums wurde der Energieverbrauch per Telematiksystem AD Connect überwacht. Im Durchschnitt lag dieser bei 0,64 kWh pro Kilometer. Der Hersteller sieht dies als Beleg für die Effizienz des Antriebsstrangs sowie des gesamten Energiemanagementsystems.

Einsatzmöglichkeiten für Stadt und Land

Der Test bei Go-Coach habe gezeigt, dass der Enviro100EV sowohl für den Stadtverkehr als auch für längere Überlandstrecken geeignet ist. Alexander Dennis sieht das Modell als Ergänzung für Betreiber, die elektrische Antriebe in bestehende Flotten integrieren möchten, ohne grundlegende Umstellungen vornehmen zu müssen.