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EU-Kommission plant E-Auto-Pflicht in Flotten ab 2030

Die Branche schlägt Alarm, nachdem Pläne der EU-Kommission bekannt wurden, in Firmenflotten bereits ab 2027 eine feste E-Auto-Quote von 75 Prozent, ab 2030 komplette E-Fuhrparks vorzuschreiben. 

Mehr Strom in Firmenflotten: Die EU hegt wohl Pläne, E-Auto-Quoten für Firmen vorzuschreiben, die schon ab 2027 an die 75 Prozent, ab 2030 dann 100 Prozent gehen könnten. | Foto: Compleo

Die EU-Kommission hegt nach einem Bericht der Automobilwoche Pläne, Flottenbetreibern die Umstellung auf Elektromobilität früher als geplant vorzuschreiben. Die Branche schlägt erwartungsgemäß Alarm, weil die Flottenbetreiber befürchten, dass eine fixe Elektro-Quote das Aus für Verbrennungsmotoren forcieren könnte.

„Die Kommission wird, wie im Aktionsplan für die Automobilindustrie angekündigt, bis Ende des Jahres einen Vorschlag zu Unternehmensflotten vorlegen“, konzedierte eine Sprecherin auf Anfrage der Automobilwoche. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht in der Lage, Einzelheiten zum Inhalt des Vorschlags mitzuteilen.“

In vielen Firmen rechnet man damit, dass eine Elektro-Quote bei Neuwagen von bis zu 75 Prozent ab 2027 und bis zu 100 Prozent ab 2030 geplant sein könnte. Angesichts der aktuellen Lage und Flaute bei E-Autos erscheinen solche Vorgaben wenig realistisch. In Deutschland liegt die Quote von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) in Firmenfuhrparks etwa 23 Prozent. Zuletzt waren die Firmenfuhrparks auch deshalb zum relativen Treiber der E-Mobilität geworden, weil nach dem Wegfall der E-Auto-Prämie vor allem der Privatmarkt eingebrochen war.

„Wenn die EU ab 2030 eine Elektroquote für Flotten einführt, würde dies – durch die Hintertür – effektiv einer Vorverlegung des Verbots von Verbrennungsmotoren im Jahr 2035 gleichkommen, da mehr als die Hälfte aller in der EU verkauften Fahrzeuge von unseren Mitgliedern finanziert und erworben werden“, erklärt Richard Knubben, Director General von Leaseurope laut Automobilwoche.

Laut EU-Definition fallen unter die Kategorie "Flotten" alle gewerblich zugelassenen Fahrzeuge, Pkw, Transporter und Nutzfahrzeuge sowie Leasingunternehmen und Vermieter. Die Vermieter wie Hertz oder Sixt hatten nach anfänglicher Euphorie viele BEV wieder ausgeflottet, weil die Kunden nicht mitzogen, mit unguten Folgen für die Restwerte.

„Elektroquoten für Flottenbetreiber sind vollkommen ungeeignet, da sie die Ursache des Problems nicht adressieren“, erklärt Sixt-Vorstand Nico Gabriel laut Automobilwoche.

Er weist auf Studien hin, die den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur als entscheidend ansehen und hält das aktuelle Ausbautempo für "bekanntermaßen viel zu langsam", was die Energiebranche und ihr Verband der Energie- und Wasserwirtschaft freilich völlig anders sieht. Mittlerweile dürfte nicht mehr die Ladeinfrastruktur der Flaschenhals sein, eher noch die zu hohen Fahrstromkosten und die allgemeinte Elektroautoskepsis, die von der Politik auch noch verstärkt wird durch die Debatte um den Ausstieg aus dem Verbrennerausstieg. Auch etwa an Flughäfen, für die Vermieter ein entscheidender Aspekt, könnte die Ladeinfrastruktur zügig ausgebaut werden. 

Branche fürchtet "Verbrennerverbot durch die Hintertür" 

Unternehmen monieren, dass die Brüsseler Kommission die Maßnahmen im Hintergrund forciert. Anstelle einer Richtlinie, die Mitgliedsstaaten in ihren nationalen Gesetzen umsetzen müssen, könnte die EU eine Verordnung vorschlagen. „Wir werden während der Vorbereitungsphase des Vorschlags eine Konsultation durchführen“, erklärt die EU-Sprecherin. Die Furcht geht um, dass etwaige Konsultation vielleicht während der Sommerpause stattfinden und nicht öffentlich sind.