VM-Vorstellung Huawei Maextro S800: Der Schrecken der Chauffeurs-Charts
Gut, in UK würde das Auto NIE so heißen: Zu nah läge es am einstigen Austin Maestro, der eher kein Meister in Sachen Absatz, Qualität und Luxus war. Und der japanische Honda S800 wäre das Gegenteil… Der neue Maextro S800, den Huawei mit JAC entwickelte, ist ein fast ein 5,5 Meter langes Luxus-Schlachtschiff mit chinesischem Emblem, hat in nur sieben Tagen 3.600 Bestellungen eingeheimst – zu einem Startpreis, der für europäische Nobelmarken fast schon als unverschämtes Dumping durchgeht: rund 87.000 Euro. Zum Vergleich: Eine Maybach S-Klasse beginnt bei etwa 205.000 Euro – ohne Massagesitze für die Großzehe.
Luxus pur - mit anderen Stückzahldimensionen
Der Maextro S800 ist das Resultat einer Hightech-Ehe zwischen Huawei (ja, der mit den Smartphones) und dem ehemaligen Nio-Produzenten JAC. Gemeinsam haben sie nicht nur eine neue Marke und ein eigenes Werk aus dem Boden gestampft, sondern auch gleich den Anspruch auf die Pole Position im E-Luxussegment erhoben. Ziel: 100.000 Verkäufe pro Jahr! Für eine Luxuslimousine! Das sind nicht nur große Worte – die ersten 1.600 Bestellungen kamen innerhalb von 24 Stunden.
Und was bekommen die Kunden fürs Geld? Alles außer Understatement: Sternenstaub um die Scheinwerfer herum, rautengesteppte Sitze, extrem viel Platz, 43 Lautsprecher mit fast 3.000 Watt und eine Rückbank, bei der man sich fragt, ob man nicht besser hinten als vorne einsteigen sollte. Selbst die Seitenscheiben hören aufs Kommando per Handbewegung – wie in einem Zauberfilm mit Hightech-Upgrade.
Der Stromer kommt mit Elektromotoren: Die Antriebseinheit vorn leistet 160 kW, die hinten 230 kW, was fast dezente 390 kW Systemleistung ergibt. Genug, um in 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu schweben. Die 97 kWh große NMC-Batterie soll Reichweiten von 702 bzw. 650 Kilometer nach dem chinesischen Zyklus CLTC ermöglichen, real bleiben davon eher 400 bis 500. Dafür lädt der Riese sehr schnell: Für den Hub von zehn auf 80 Prozent soll der S800 nur zwölf Minuten benötigen.
Der Range-Extender ist teurer als der BEV!
Auch interessant: Der Range-Extender liegt preislich über dem Stromer. In der günstigeren Fünfsitzer-Version wird der 1,5 Liter große Benzin-Generator mit zwei Elektromotoren für den Antrieb kombiniert (dann muss man sich 4,9 Sekunden für 0 auf 100 km/h Zeit nehmen), diese Version kostet wie der BEV-Fünfsitzer ab 708.000 Yuan, das sind gut 87.950 Euro. Der Viersitzer kostet im Falle des EREV als Topversion 1.018.000 Yuan - etwa 123.590 Euro, bietet dafür aber einen E-Antrieb mit drei Motoren und 635 kW Systemleistung…
Bis zu 1.333 km Reichweite
Beide sogenannten EREV-Varianten nutzen einen 65 kWh großen Akku. Das ist auch in China für Range-Extender-Modelle extrem groß! Nach CLTC soll der Maextro S800 EREV rund 200 Kilometer rein elektrisch fahren können, real eher 150 minus x - der Akku kann dann in 10,5 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden – oder der Benziner übernimmt das. Die kombinierte Reichweite soll bei gigantischen 1.333 Kilometern liegen.
Auch beim Fahrwerk lässt Huawei die Puppen tanzen
Das aktive Fahrwerk des Autos kann auf Straßenschäden und schlechte Straßenverhältnisse laut Huawei im Voraus reagieren. Darüber hinaus unterstützt der Maextro S800 die Allradlenkungstechnologie. Dadurch hat dieses 5,48 Meter lange Fahrzeug im Alltag einen Wendekreisradius von 5,05 Metern. In einem speziellen Modus kann der Wendekreis sogar auf 3,8 Meter reduziert werden. Eine weitere Besonderheit des Fahrzeugs ist der sogenannte „Crab Walk“-Modus, der es dem Auto ermöglicht, seitlich bis zu 16 Grad zu fahren. Zuvor hatte Maextro ein Video veröffentlicht, in dem die S800-Limousine im Crab-Walk zwischen Mercedes-Benz Maybachs hindurchfährt.
Der Maextro S800 soll aber nicht nur mit seiner Antriebstechnik punkten, sondern vor allem mit dem Luxus und der Sicherheit des Innenraums. Die Limousine verfügt etwa über das intelligente Fahrsystem ADS4 von Huawei. Und – Huawei-Nutzer können auch ihn in ihr digitales Netzwerk integrieren – womit man den Ansatz umsetzt, den Apple einst plante. Und klar: Innen gibt es zwei riesige Screens und ein Head-up-Display, das mehr zeigt als so mancher Bordcomputer westlicher Nobelkarossen. Wo man das so gar nicht so wollen würde…
Was bedeutet das?
Während in Europa Luxus noch oft Historie braucht, setzen Huawei und JAC auf ein Technologie-Feuerwerk. Im neureichen China soll Luxus nicht nur elektrisch, sondern auch erschwinglich, vernetzt und verdammt schnell sein – darum sollten Rolls-Royce, Maybach & Co lieber nicht nur ihre Rückspiegel, sondern auch ihre Innovationsabteilungen polieren. Denn der Maextro S800 klopft nicht an die Tür der Oberklasse. Er tritt sie auf – und bringt seinen eigenen Butler mit.
Quellen: Carnewschina, electrive.net