Hafen Hamburg setzt auf alternative Kraftstoffe
Die Transformation des Hamburger Hafens zum Energie-Hub setzen einige Unternehmen der Hamburger Hafenwirtschaft wie etwa Mabanaft bereits um. Das Unternehmen ist intensiv dabei, den Standort zu einem Methanol-Hub umzubauen. Die dafür notwendigen Genehmigungen hat das Unternehmen beantragt und plant, im Jahr 2027 fertig zu sein. Doch erst sind die Behörden gefragt.
Neben Hamburg hat sich Brunsbüttel Ports als LNG-Hub erfolgreich etabliert. Zudem ist der Hafen dabei, sich als Importterminal für grünen Ammoniak zu positionieren. Wesentlich für den Umbau bleiben somit die Genehmigungsverfahren.
Dieter Janecek, MdB und Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus machte deutlich, wie wichtig alternative Kraftstoffe für die deutsche Wirtschaft sein werden: „Wir brauchen eine neue Generation an Kraftstoffen, um unserer Wirtschaft neue Wachstumsperspektiven zu eröffnen: Wasserstoff wird für die Dekarbonisierung der Industrie benötigt. Alternative Kraftstoffe werden aufgrund der internationalen Klimavorgaben im Schiffs- und Luftverkehr zunehmend nachgefragt. Dabei ist klar: Deutschland wird auch in Zukunft Energie-Importland bleiben. Häfen werden für den Umschlag und der Weiterverarbeitung klimaneutraler Kraftstoffe eine zentrale Rolle spielen.“
Rechtssicherheit wichtig
Eine wesentliche Forderung ist die Rechtssicherheit für Großprojekte über Legislaturperioden hinaus, da hier noch nicht alle Gesetzgebungsprozesse abgeschlossen sind. Zum Aufbau der Infrastruktur etwa für Flüssigwasserstoff (LH2) sollten die politischen Voraussetzungen bereits heute geschaffen werden, da der Hochlauf sonst kritisch verzögert würde. LH2würde perspektivisch vor allem in der Luftfahrt, Schwerlastlogistik und Teile der Schifffahrt eingesetzt werden, Derivate wie Methanol insbesondere in der Hochseeschifffahrt und hier im Interkontinentalverkehr. Diskutiert wird, ob es nötig sein würde, künftig jeden Energieträger überall vorzuhalten oder ob sich nicht künftig Verbrauchszentren etablieren würden. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit kommt es nicht allein auf die Lieferanten an, sondern letztlich auch die Endkunden und Konsumenten und deren Zahlungsbereitschaft für grüne Produkte.
Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn, Leiter Fraunhofer CML: „Die speziellen Eigenschaften neuer Treibstoffe wie ihre Flüchtigkeit und die Emissionen während des Transports machen optimierte Logistikprozesse unerlässlich. Die Entwicklung und Planung effizienter Wasserstofftransportketten ist daher eine der zentralen Herausforderungen für die Umstellung auf Next Generation Fuels in der Seeschifffahrt.“
Kaufen oder produzieren?
Unternehmen müssen entscheiden, ob sie alternative Kraftstoffe weiterhin einkaufen oder in die Eigenproduktion einsteigen. Eine frühzeitige strategische Ausrichtung dürfte entscheidend sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Julian Klaaßen, Projektleiter NetZero, Hamburg Airport: „Im Rahmen unseres Handlungsspielraums unternehmen wir als Flughafen Hamburg schon heute alles, um eine Energiewende in der Luftfahrt zu schaffen. Das alleine wird aber nicht reichen, um Wasserstoff in den benötigten Mengen verfügbar zu machen. Wenn wir Großes bewegen wollen, dann müssen wir über Branchengrenzen und Einzelinteressen hinweg Lösungen finden.“