LKW

Schienengüterverkehr: Studie zur Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung vorgestellt

Download in unserem Anhang möglich.

Die neue Kupplungstechnik DAK ermöglicht schnellere, automatisierte Rangierabläufe. (Foto: Pixabay)

Im Bundesverkehrsministerium sind die Ergebnisse einer Studie zur Markteinführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) vorgestellt worden. Diese soll einen wichtigen Impuls für deren europaweite Einführung geben. Sie untersucht mögliche nationale Maßnahmen zur Förderung der Kupplung, insbesondere zur Vorbereitung der Umrüstung der bestehenden Lok- und Waggonflotte (sog. DAK-Migration).

Staatsekretärin Susanne Henckel: „Die DAK ist das zentrale Innovationsprojekt für den Schienengüterverkehr. Die neue Kupplungstechnik ermöglicht schnellere, automatisierte Rangierabläufe. Güterzüge können länger, schwerer und schneller werden. Klar ist aber auch: Allein wird die Migration niemand stemmen können. Hier setzt die Studie an und zeigt wichtige Perspektiven auf, wie wir auf dem Weg zur DAK gemeinsam vorankommen.“

Die von SCI, hwh und Connected Value verfasste DAK-Studie empfiehlt u.a. die Förderung von Pionierzügen im Zeitraum 2026 bis 2028 sowie die Unterstützung weiterer Vorbereitungsmaßnahmen wie Risiko-, Deployment- und Transformationsmanagement. Auf Grundlage der Studie wird das Ministerium nunmehr prüfen, welche möglichen Unterstützungsmaßnahmen ab 2026 umgesetzt werden können. Entscheidend wird zudem sein, dass sich neben den Mitgliedstaaten sowohl die EU als auch die Branche an den Kosten der DAK-Migration beteiligt.

Warum es die DAK braucht

Die DAK…

  • … automatisiert das Kuppeln und Entkuppeln von Güterwagen, die in Europa immer noch (inzwischen seit über 100 Jahren) überwiegend mit Schraubenkupplungen per Hand gekuppelt werden. Das spart vor allem Zeit und Personal und verbessert die Arbeitssicherheit
  • … ermöglicht eine durchgängige Strom- und Datenleitung über den gesamten Zugverband und ist damit ein wesentlicher Baustein für die Digitalisierung und Automatisierung des Schienengüterverkehrs, der zudem in der EU entwickelt und produziert wird
  • … stärkt die Schiene als Kernelement klimafreundlicher Mobilität. Schienentransporte sind im Hinblick auf Emissionen und Energie wesentlich effizienter als Straßentransporte
  • … steigert die Transportkapazität auf der Schiene. Sie verringert die Zeiten der Zugbildung und erlaubt längere und schwerere Züge. Zudem ermöglicht sie weitere technische Innovationen im Schienengüterverkehr, wie z.B. die höchste Ausbaustufe des ETCS-Zugsicherungssystems („Moving Block“)
  • … trägt insbesondere durch Effizienzsteigerungen im gesamten Zugbildungsprozess dazu bei, Transportkosten zu reduzieren und so die Wettbewerbsposition des Schienengüterverkehrs gegenüber dem Straßengüterverkehr zu verbessern
  • … wird die Kundenzufriedenheit mit dem Schienengüterverkehr steigern, u.a. durch Verbesserung der Qualität und Transparenz sowie höherer Flexibilität durch die Verringerung der Standzeiten von Zügen und der Beschleunigung der Zugbildungsprozesse
  • … ermöglicht optimierte Logistikprozesse und höhere Flexibilität
  • … erlaubt die Vereinfachung und Beschleunigung betrieblicher Prozesse. Durch den Wegfall des manuellen Kuppelns und Entkuppelns werden die physischen Belastungen für Mitarbeitende deutlich reduziert. Dadurch können die Arbeitsbedingungen attraktiver gestaltet werden. Trotz Fachkräftemangel können so steigende Transportmengen abgewickelt werden

Den Abschlussbericht und die Zusammenfassung können Sie aus unserem Anhang herunterladen.